Science Fiction in der Zukunftsforschung

Autor: Florian Kraftschik (über den Autor)

 

Der Wissensdurst der Wissensgesellschaft

Wie in kaum einer anderen Epoche im historischen Vergleich sind die westlichen Industriestaaten heute, im Jahr 2013, auf die Zukunft ausgerichtet. Die Gesellschaft bzw. die Kulturepoche des 21. Jahrhunderts wird einschlägig als „Informationszeitalter“, „Wissensgesellschaft“ oder auch als „Wissenschaftsgesellschaft“ betitelt. Informationen über Morgen sind gefragt, sie dienen der Aktienkursberechnung, der Abschätzung zukünftiger Marktchancen von Unternehmen oder auch der Legitimierung von Entscheidungen und Handlungen politischer oder ökonomischer Akteure. Die Zukunftsforschung trägt diesem Bedarf an belastbaren wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Zukunft Rechnung, sie führt ihr Dasein jenseits des althergebrachten Fächerkanons der universitären Geisteswissenschaften.

 

Neue Wege zum Aufbruch ins Übermorgen

Eine zentrale Aufgabe der Zukunftsforschung ist es, herrschende Diskurse aufzubrechen, mögliche Zukunftsdiskurse aufzuspüren, kreativ zu imaginieren und Szenarien auszugestalten. Aus diesem Grund gehören vor allem auch intuitive Techniken zu ihrem Methodenkanon. Als eine dieser intuitiven Techniken nennt Ossip K. Flechtheim, Begründer der Zukunftsforschung im deutschsprachigen Raum, Science Fiction, allerdings ohne das methodische Vorgehen näher zu erläutern (vgl. ebd.: Futurologie. Der Kampf um die Zukunft, 1970). Der hermeneutische Rückgriff auf belletristische Literatur, Filme und Games wurde auch von den Folgegenerationen deutscher und internationaler Futurologen bis dato weitestgehend ignoriert – dies ist bemerkenswert und m.E. defizitär. Nicht nur in den Publikationen der Zukunftsforschung, sondern vor allem auch in den Kunst- und Medienprodukten der SF werden die Menschen mit Zukunftsbildern und Zukunftsentwürfen konfrontiert.

Science Fiction prägt einerseits die Zukunftsvorstellung der Menschen, ist andererseits jedoch nicht Gegenstand bzw. Quelle der Zukunftsforschung. Das Anliegen meiner Magisterarbeit war es, diesen Missstand – prägende Kraft der SF einerseits, Geringschätzung durch die Zukunftsforschung andererseits – zu beheben und den Methodenkanon der Zukunftsforschung zu erweitern; ich gehe der Frage nach, welche Rolle die systematische Auswertung von SF in der Zukunftsforschung einnehmen kann.

 

Download: Mensch-Maschinen, Wirklichkeitsmaschinen. Zur Rolle der Science Fiction in der Zukunftsorschung

Die Arbeit, ein Abstract, ein separates Thesenpapier und die Ergebnispräsentation der Studie in Form einer SF-Kurzgeschichte stehen für private Zwecke, jedoch nicht zur gewerblichen Nutzung und Vervielfältigung, hier zum freien Download bereit.

 

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Kontakt: floriankraftschik [at] gmail.com